status – Nachhandel

Emittenten auf einer Plattform: der Global Issuer Hub



Anleger nutzen Produkte und Services der Gruppe Deutsche Börse, um Anleihen und andere Wertpapiere zu kaufen. Ist der Kauf „an sich“ verrechnet und abgewickelt, übernimmt Clearstream – der Nachhandelsdienstleister der Gruppe – das Verwahren und Verwalten der Wertpapiere. Damit verknüpft sind weitere innovative Angebote entlang der Wertschöpfungskette, z. B. ein effizientes Sicherheiten- und Liquiditätsmanagement sowie die Wertpapierleihe.

Angebote für Emittenten

Ein neueres Feld ist die direkte Ansprache der Emittenten (Issuer) von Wertpapieren. Wie gut die Teams der Gruppe Deutsche Börse Emittenten unterstützen können, macht das Beispiel einer konkreten Anfrage deutlich: Vor rund drei Jahren suchte ein großer europäischer Emittent eine Alternative zu seinem nationalen Zentralverwahrer (Central Securities Depository, CSD). Schon damals zeichnete sich ab, dass die nationalen CSDs unter TARGET2-Securities (T2S) an Bedeutung und Kraft verlieren würden. Der Kunde wollte eine weite Verteilung seines Angebots in verschiedenen Märkten erreichen, möglichst ohne den Aufwand und die Anzahl der Ansprechpartner erhöhen zu müssen.

Der Kunde und die Experten für den Nachhandel bei Clearstream besprachen sich eingehend. Schließlich platzierte der Emittent eine große Tranche von Hypothekenschuldverschreibungen beim Luxemburger Zentralverwahrer von Clearstream, LuxCSD. Diese Anfrage war beim Service des sog. Global Issuer Hub von Clearstream in den richtigen Händen. Emittenten können hierüber den gesamten Emissionszyklus über einen einzigen Zugangspunkt abwickeln: Zulassung, Verteilung und Verwaltung. Der Hub ist ausgelegt für Schuldinstrumente, Optionsscheine, Aktien und Investmentfonds. Zudem unterstützt die Präsenz von Clearstream an mehr als 50 Märkten die internationale Verteilung aus einer Hand – Emittenten können so praktisch alle Märkte zentral erschließen. Sie sprechen nur mit einem CSD, dennoch ist ihre Emission über die Verbindung von LuxCSD mit dem internationalen Zentralverwahrer (ICSD) von Clearstream global präsent.

Die Funktionsweise des Global Issuer Hub

Migrationszeitplan

Zentraler Zugang zu Währungszonen

CSDs als Zugangspunkte zu nationalen Märkten stehen in zunehmendem Wettbewerb mit dem neuen europäischen Abwicklungssystem T2S. Gleichzeitig werden immer mehr Emissionen in Zentralbankgeld begeben. Zentralbankgeld ist Geld bzw. Guthaben, das eine Zentralbank gegen Wechsel oder Wertpapiere gutschreibt. Guthaben bei der Zentralbank werden v. a. zwischen Banken gehandelt. Über den Global Issuer Hub können Emittenten eine breite Verteilung ihrer Emissionen mit minimiertem Aufwand und reduziertem Risiko erreichen.

Clearstream wickelt die Werte für alle Euro-Märkte zentral ab. Eine Verteilung (Splitting) auf verschiedene CSDs, wie es früher seitens der Emittenten üblich war, ist nicht mehr notwendig: Clearstream kann die Abwicklung in Euro-Zentralbankgeld für verschiedene Rechts- und Regulierungssysteme mit ihren jeweils eigenen CSDs übernehmen.

Der Aufwand, den Emittenten betreiben müssen, um ihre Anleihen effizient und international zu platzieren, verringert sich durch den Global Issuer Hub deutlich. Mit dem ICSD in Luxemburg haben sie zusätzlich die Möglichkeit, mit ihren Anleihen in Zentralbankgeld auch Währungsräume außerhalb der Eurozone zu erreichen. So existiert beispielsweise eine Verbindung, über die sich Wertpapiere in der chinesischen Offshore-Währung Renminbi begeben lassen. Und das alles zu geringeren Kosten als früher – die T2S-Initiative der Europäischen Zentralbank entfaltet mittlerweile ihre Wirkung.


Nathalie Zeghmouli

verantwortlich für die Issuer-Sales-Kampagne, Clearstream Banking, London

„LuxCSD ermöglicht ein breites Angebot, das flexibel auf die Bedürfnisse unterschiedlicher Emittenten zugeschnitten werden kann. Mit dem größten europäischen Zentralverwahrer und LuxCSD haben wir sehr gute Argumente an der Hand, wenn es um die effiziente Ausgabe von Wertpapieren geht.“

Effizienzgewinne unter T2S

Die neue Art der Zusammenarbeit führt bei Emittenten zu neuem Interesse, die Leistungen der Gruppe Deutsche Börse in ihre Abläufe zu integrieren (mehr hierzu im Beitrag „Integrated Thinking“). Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für Emittenten, ihre Platzierungsstrategie zu überprüfen, denn den nationalen CSDs steht möglicherweise schon mittelfristig nicht mehr genügend Liquidität zu Verfügung, um eine effiziente Platzierung in den Märkten zu gewährleisten. Die zentralen Services über den Global Issuer Hub sind eine ideale Antwort auf diese Herausforderung.

„Die Einführung von T2S ist erfolgreich verlaufen. T2S treibt die Standardisierung weiter voran und ist damit ein zentrales Instrument für die reibungslose Funktion des europäischen Kapitalmarktes.“

Mehdi Manaa

T2S Programme Manager, Europäische Zentralbank, Frankfurt am Main

Aus den Teams heraus und gemeinsam mit den Kunden werden im kommenden Jahr völlig neue Lösungen entstehen. Schließlich war es auch ein Kundenwunsch, der unseren Blick damals auf die neuen Anforderungen von Emittenten gelenkt hat.