verantwortung – 360-Grad-Feedback

Weg zu mehr Offenheit



Im Sommer 2016 führte die Gruppe Deutsche Börse das 360-Grad-Feedback für leitende Angestellte ein. Das Selbstbild wurde mit Feedback aus unterschiedlichen Personengruppen verglichen. Das Resümee zum Prozess ist positiv.


Dr. Sabine Roeckl-Schmidt

Head of Human Resources

„Mitarbeiter und Führungskräfte haben das Instrument gut angenommen, das belegt allein die große Zahl der eingegangenen Rückmeldungen. Auch deren Qualität ist sehr gut; sie zeigt: Der Wunsch nach einer offeneren Feedbackkultur ist da und das 360-Grad-Feedback ist ein Schritt auf dem Weg dahin. Insbesondere für den Feedbackempfänger erfordert es auch Mut, sich dem Feedback offen zu stellen – das haben unsere Führungskräfte bewiesen und somit einen guten Grundstein für eine kulturelle Veränderung gelegt. Jetzt geht es darum, das Feedback auch wirklich zu nutzen. Denn auch ein sehr gutes Ergebnis kann man mit einem sportlichen Ehrgeiz betrachten: Es gibt immer einen nächsten Berg, der sich zu erklimmen lohnt.“


Die Zahlen

348

Feedbackgeber

5.358

Feedbacks wurden gegeben

15

Rückmeldungen
pro Feedbackempfänger
 

91

Prozent beträgt die Rücklaufquote
(Fremd- und Selbsteinschätzung)
 


Feedbackempfänger

Ferdina Yarzada

Group Business & Product Development, Eschborn

„Konstruktives Feedback halte ich grundsätzlich für sehr wichtig, um seine eigenen Stärken und Optimierungspotenziale zu erkennen und bewusst an diesen arbeiten zu können. Aus diesem Grund bin ich stets offen und dankbar für entsprechende Anregungen. Im Rahmen des 360-Grad-Feedbacks wurden Aspekte aufgegriffen, die u. U. außerhalb eines solchen Prozesses nicht angesprochen werden würden. Um ein möglichst diversifiziertes Feedback mit großem Erkenntnisgewinn zu erzielen, habe ich bewusst Kollegen in meine Feedbackgebergruppe aufgenommen, mit denen die Zusammenarbeit auch mal herausfordernd war. Meine Selbsteinschätzung und das Feedback stimmen in den meisten Punkten überein. Dennoch habe ich nun, v. a. dank der unterschiedlichen Perspektiven, ein deutlicheres Bild von meinen Stärken und Optimierungsbereichen. So erinnere ich mich heute in bestimmten Situationen, in denen ich mich anders verhalten sollte, ganz bewusst an das Feedback und versuche es entsprechend umzusetzen.“


Feedbackempfänger

Robert Tabet

Relationship Management Asia, Singapur

„Das 360-Grad-Feedback ist ein fantastisches Instrument. Die Rückmeldungen bringen einen dazu, zu reflektieren und genauer hinzugucken: Wie kann ich mich verbessern und was habe ich eigentlich erwartet? Mir wurde außerdem nochmal bewusst, dass ich nicht isoliert agiere. Um mich herum sind Kolleginnen und Kollegen, die mich beobachten, eine Meinung von mir haben. Und sie wollen, dass ich mich verbessere, sonst hätten sie kein Feedback gegeben. Dass es immer etwas gibt, an dem ich arbeiten kann, steht für mich fest. Ich sehe die Karriere als eine Reise, auf der man nie auslernt. Durch das 360-Grad-Feedback habe ich bspw. gelernt, dass meine Mitarbeiter genauer wissen wollen, wo wir stehen und welchen Beitrag sie zum Erreichen unserer Ziele leisten können. Ich versuche, ihnen jetzt häufiger und strukturierter eine Rückmeldung dazu zu geben.“


Feedbackgeber

Thilo Wessely

Strategic Execution, Eschborn

„Mir ist es leichtgefallen, meinem Vorgesetzten ein aufrichtiges Feedback zu geben, weil ich damit die Chance habe, mich auf zusätzliche Art und Weise in die Weiterentwicklung des Unternehmens einzubringen. Durch den Rundumblick ist das Instrument objektiver und informativer als hierarchische Bewertungsmodelle ausschließlich zwischen zwei Personen. Es bietet zusätzlich die Möglichkeit, Potenziale aufzudecken und zu entwickeln. Weil ich eine offene Feedbackkultur schätze, würde ich mir wünschen, dass es das 360-Grad-Feedback nicht nur für Führungskräfte, sondern auch für Mitarbeiter gibt.“


Feedbackgeber

Melanie Dannheimer

Clearing Design, London

„Ich bin begeistert, dass Feedback und Feedbackkultur zum Thema gemacht wurden. Es braucht zu Beginn einen strukturierten Prozess, um eine Kultur der Offenheit zu etablieren und Feedback zu etwas Alltäglichem zu machen. Ich habe zwei Kollegen Feedback gegeben und fand es gut, wie detailliert die Fragen waren. Man war wirklich gezwungen zu reflektieren. Den Kollegen habe ich angeboten, im Anschluss darüber zu sprechen. Sie haben meine Einschätzung sehr ernstgenommen und ich habe den Eindruck, dass wir jetzt offener miteinander umgehen. Man lernt einander besser kennen, so trägt das 360-Grad-Feedback auch dazu bei, die Zusammenarbeit zu erleichtern.“


Siehe auch den Bericht „360-Grad-Feedback“ im Annual 2015.